4.2.2 Integrale Dynamologie® - Brustkrebs-Sitzung

13. Session, Frau 55 J., Brustkrebshintergrund (seit 5 Jahren) und Knochenmetastasen im ganzen Körper. Sie kam zu den Integrale Dynamologie® Sitzungen, nachdem die Mediziner sie für austherapiert hielten und nichts mehr für sie tun konnten, weil sie keine Therapie (Bestrahlungen) mehr vertrug. 

 

Auszug aus einer Sitzung

Klientin ist dort angekommen, wo sie sich an Ihre Kindheit erinnert und wie sie die erlebt hat, nämlich sehr verletzend und negativ. Hier ist sie dabei all das in ihrer Phantasie in Kisten zu zeigen und es ihren Eltern in der Innenwelt vor zu führen, damit die endlich begreifen, was sie ihrem Kind antun Dabei geht es weniger darum, den Eltern Vorwürfe im Sinne von Schuldzuweisungen zu machen.

Es geht um die innere energetische Auseinandersetzung der Kl. mit ihren destruktiven Bildern in der Innenwelt.

 

Es wird ganz offensichtlich, dass Kl. hier ihrer Wut Ausdruck verleihen muss, die sie Ihr ganzes Leben lang unterdrücken musste und die sehr viel mit der Ursache für den Brustkrebs zu tun hat.

 

Th:  All das Pseudo Zeug ja?

Kl: All das Pseudo Zeug in dieser Kiste (Kl schlägt mit dem Gummischlagstock wild auf den Boden!).

Hinein mit Euch ????

Und schaut mal hinein, (zu den Eltern) dieses arme Kind, das ständig allein bleiben muss. Ständig immer irgendwo auf einer Wiese und immer allein. Immer allein, allein, allein.

Th: Ja.

Kl: Und ihr müsst arbeiten! Mit eurer verdammten Emsigkeit (schreiend/schlagend). Ja, Geld verdienen, arbeiten. Rechtschaffend sein, so dass die Leute auch gut denken.

Th: Ja, guck ob sie bereit sind das jetzt sein zu lassen, vor dir.

Kl: Hier ist die erste Kiste, schaut rein. Und jetzt kommt die zweite, her mit der Kiste! Die zweite auch, nichts anderes als Vorwürfe. Vorwürfe und in den Bergen und ich muss brav sein. Ich muss schön warten bis sie kommen und ich darf nicht weinen(schlägt zu). Und ich muss immer nur brav sein (schreit). Ich will nicht mehr! Ich will nicht brav sein. Schaut hinein das andere Kind, schaut die Augen an. Wie es traurig euch anschaut. Schaut mal diese Augen an. Das letzte mal und dann wird es weglaufen. Diese Kiste mit den Wiesen da. Auf der Wiese und im Laufgitter musste ich immer brav sein. Und auf der Wiese auch. In diesem Laufgitter habe ich nur stehen und warten müssen. Die ganze Zeit. Dieses verdammte Arbeiten diese Emsigkeit, diese Unruhe ständig. Immer kommen und gehen und kommen und gehen, und immer Arbeiten und Fressen und Saufen und Arbeiten. Und Schlafen und Arbeiten und Schlafen und sonst nichts, keine Liebe. Die zweite Kiste und jetzt die dritte Kiste jetzt kommt noch, jetzt hab ich auch noch einen Bruder. Der muss auch noch auf mich aufpassen dieser Arsch und der hat ja ständig Angst.

Th: Ja. Und guck genau hin, ob die das kapieren.

Kl: Immer muss ich mir das anschauen und mein Bruder ist so, du bist so brav und ich will nicht brav sein. Ich will nicht sein wie mein Bruder. Ich mache was ich will (schreiend).

Th: Ja genau.

Kl: Was ich will!!!

Es gehrt darum, dass sie jetzt in der Sitzung sich einmal anders verhält als früher als kleines Kind, auch wenn sie sich in der Erinnerung in die Kindheit versetzt, durch das ausagieren und sich selbst mit den Spannungen konfrontieren kann sie aufgestaute Spannung (negativ wirkende Energie) loswerden.

Th: Die sollen sich auch angucken was auch in deiner Nase und in deinem Hals los ist.

Kl: Schaut mal rein.

Th: Was sie anrichten damit.

Kl: Nur Blut in meiner Nase. Alles runtergeschluckte Tränen die jetzt bluten. Habt ihr gesehen ? (schreiend/schlagend)

Th: Ja, mach es ihnen klar.

Kl: Und jetzt noch die vierte Kiste. Immer noch muss ich brav sein, arbeiten, brav sein, arbeiten. Schaut mal wie ich dreinschaue. Die ganzen Locken sind da drin, weil du mir die geschoren hast, wie ein Schaf. Ich bin ein Kind und nicht ein Schaf und nicht ein Pferd (schlägt wieder zu). Hast du verstanden Vater? Ich bin dein Kind und nicht ein Pferd (schlägt zu).

Th: Ja, zeig es ihm.

Kl: Hast du gehört (schreiend). Schau hin.

Th: Guck mal genau hin, guck ihm in die Augen und guck mal ob er es mitgekriegt hat.

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Kl: Ja, du hast verstanden und so geht das in jeder Kiste. Jede Kiste, immer brav sein. Immer tun, dass die Leute ja das Gefühl haben wir seien brav und gut. Immer arbeiten! Und jetzt tapfer sein, brav sein, tapfer sein. Gesund werden, nicht sterben. Wofür eigentlich? Ihr seid ja starke scheiß Leute! Alle in die Kisten hinein, in jede. 55 Kisten (offenbar für jedes Lebensjahr eine Kiste) und dann werden sie verbrennen. Und ihr schaut überall hinein. Diese Kritik ständig, nichts ist richtig. Kein Mann ist richtig. Die Lippen müssen nicht angestrichen werden. Schöne Kleider, brav sein, gescheit sein, arbeiten. (Kl. hat ein eigenes behindertes Kind) Das Kind nicht verlassen, das Kind bei sich behalten und am Schluss noch nicht fähig sein das Kind zu erziehen. Aber lieben, das Kind behalten, so, dass die Leute sehen, wie gut ich bin. Arbeiten, arbeiten, arbeiten... Und brav sein!

Th: Ja, pack das alles in die Kiste hinein.

Kl: Alles in die Kiste, alles. Und jetzt arbeite ich im Moment nicht und ich genieße es! Ich will nicht nur immer arbeiten! Und immer tüchtig sein, so dass ihr stolz sein könnt. Ich will es nicht! Ich mache was ich will jetzt. Und ich werde bestimmen, was ich jetzt mache.

Th: Nimm wahr, ob du dich durchsetzten kannst, ob sie es akzeptieren oder ob noch was fehlt. Guck nach.

Kl: Ja, ja. Jetzt haben wir 55 Kisten, alle sind da. Und die ganze Familie sitzt da und jetzt wird alles ins Feuer geworfen. Alle helfen mit. Mami und Papi und ich. Alle werfen alles hinein und dann will ich Ruhe haben, von jetzt ab an.

Th: Ja, spann die ein, die müssen das tun.

Kl: Also, alle nehmen jetzt die Kisten und gehen alle zum Feuer. Und alles wird hinein geschmissen. Und dann sag ich wo lang es geht!

Th: Ja und guck, du behauptest dich hier, du hast das Kommando.

Kl: Also, alle reinwerfen. Und dann setzen wir uns noch eimal alle um das Feuer und besprechen es noch einmal. Und erst wird alles da rein geworfen.

Th: Guck nach, dass nichts übrig bleibt. Pass auf, das sie alles rein tun.

Kl: Ja. Alles rein.

Th: Pass genau auf, dass keiner irgend eines beiseite schafft.

Kl: Ja. Und dieses schimpfen, ständig wenn etwas nicht richtig ist. Fehler kann man auch machen oder? Rein auch mit dieser Kiste hier, alles.

Th: Ja, verbiete ihnen das Schimpfen.

Kl: Und es wird nichts geredet, es werden nur die Kisten hinein geworfen.

Th: Guck ob sie es machen.

Kl: Macht ihr das?  Ja, ja, alle, alles ins Feuer.

Th: Ja.

Kl: Ja, auch das, alles ins Feuer. Und jetzt kommt ihr her und. Und jetzt will ich euch sagen: wehe, wenn irgendjemand mir sagt was ich zu tun hab, dann werde ich nie mehr nach Hause kommen. Und werde -  richtig - euch nie mehr besuchen.

Th: Guck nach ob die bereit sind das zu akzeptieren.

Kl: Wollt ihr jetzt das akzeptieren? Ja oder nein? Ich bin die ... und ich mache was ich will.

Th: Ich bestimme jetzt wo es lang geht.

Kl: Ich sage wo es lang geht und ich sage wenn ich gesund bin und wieder arbeiten kann. Und ich sage was ich will und was mir gut tut. Und was mir nicht gut tut...

Th: Schau mal, mir fällt was ein. Wenn du es probieren willst, dann lass die doch mal für dich arbeiten. Und wenn sie im Garten schuften müssen oder ... Lass sie mal alle tanzen nach deiner Pfeife.

Kl: Damit sie, wieso die sollen jetzt tanzen oder was?

Th: Schau was du mit ihnen machen willst, damit die lernen dir endlich Zeit zu geben. Du darfst alles machen, alles was dir einfällt.

Kl: Nein, mir wäre es am Liebsten, wir wären im Zoo. Und jeder muss ein Tier spielen.

Th: Ja, seid im Zoo, gut.

Kl: Also ich sperr sie in den Zoo. Also mein Vater ist ein Panther im Zoo. Mein Bruder ist eine Giraffe. Und meine Mutter ist eine Katze, eine Wildkatze. Und jetzt hinein mit euch in den Käfig. Diese Wildkatze diese verdammte. Sie sieht so gut aus und ist so ruhig, dabei ist sie völlig wild. Und zieht die Fäden. Diese Wildkatze soll da rein und die Giraffe mit ihrem langen Hals, die sollen da drin bleiben. Und wehe wenn der Hals hinaus guckt. Und dieser Panther, dieser verdammte schwarze Panther. Überall, mit seiner Geschmeidigkeit macht er alle zum Teufel, jagt sie herum. Rein mit dir in den Käfig, rein. Und jetzt bleibt ihr einmal da drinnen. Und jetzt lass ich euch einmal eine Weile da. Und jetzt spielt mal den Panther, die Giraffe und die Wildkatze. Und ich schaue zu. Jetzt bin ich einmal draußen und ihr seid im Käfig.

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Th: Du darfst sie jetzt dressieren und die müssen alles machen was du willst.

Kl: Jetzt sag ich wo lang es geht, jetzt bleibt ihr schön da. Und wenn ich etwas sage, dann macht ihr was ich sage. Und nicht was ihr wollt. Okay Panther, komm her. Ja und jetzt auf zwei Beinen den Handstand.

Th: Ja, lass sie das machen.

Kl: Ja, üben - jetzt kommt! (schlägt mit dem Schlagstock zu) Komm hierher und noch einmal. Was du kannst es nicht? Ich schlag dich kaputt wenn du es nicht kannst. Du weißt genau, dass man das kann. Mach den Handstand! Hast du verstanden? Doch es geht. Und jetzt alle, ich schlag dich kaputt. Du kommst jetzt hierher und machst den Handstand. Mach den Handstand und zwar sofort.

Th: Mach das so lange, bis er es tut.

Kl: Ich bleibe hier, so lange bis du diesen Handstand machst. Und zwar ohne Zucker und ohne Fleisch. Du sollst es stundenlang üben. Und ich schlage dich zu Tode wenn du es zum Schluß nicht kannst. Hast du verstanden? So, jetzt schlage ich dir den Rücken kaputt. Ich schlage dir auf die Wirbelsäule. Und jetzt machst du den Handstand aber sofort! Komm hierher und mach den Handstand, hast du verstanden? (Kl. macht jetzt das, was ihr früher angetan wurde)

So jetzt ist gut, jetzt kannst du gehen. Du hast jetzt den Handstand gemacht, jetzt kommt der ... . Komm hierher. Und jetzt gibst du mir ein Bein und jetzt noch das andere. Und jetzt tanzt du auf zwei Beinen.

Th: Ja.

Kl: Und zwar eine Stunde ohne dass du wieder Mut bekommst. Auf zwei Beinen und ich will das sehen. Ohne dass du irgendetwas bekommst.

 Th: Ja, lass sie tanzen. Und wenn sie es nicht richtig macht, hau ihr auf die Füße.

Kl: Nimm die Füße hoch. Hast du verstanden? Ja, so ist gut. Und jetzt kommt noch ... . Und jetzt holst du den Vogel da oben, ja den holst du und du bringst den Vogel lebendig hierher. Und wehe wenn du den Vogel verletzt, dann verletze ich dich zu Tode, verstanden?

Schau mich einmal an und versprich mir, dass du den Vogel nicht kaputt machst. Du bringst den Vogel hierher ohne dass du ihn kaputt machst. Hast du verstanden? Du Wildkatze du verdammte. Hol den Vogel!

(Dieses Verhalten in der Sitzung ist der genaue Spiegel dafür, wie der Kl. früher mitgespielt wurde)

Th: Ja, zeig es ihm.

Kl: Hol den Vogel jetzt und wehe, wenn du den verletzt. Dann mach ich dich kaputt. Los! Ja, jetzt kommst du mit dem Vogel und du hast den Vogel verletzt. Du Sau du! Ich mach dich kaputt!

Th: Ja.   

Kl: Hast du verstanden?

Th: Ja genau, du darfst alles machen hier.

(Es ist in diesem Falle wichtig, dass sie all die Wut endlich einmal zeigen kann)

Kl: Kaputt mach ich dich, du Wildsau du!

Th: Ja, mach ihn kaputt.

Kl: Ja, du Wildsau du.  Ja, ein Auge verloren - zwei Augen verloren und jetzt noch den Rücken kaputt machen. Du Sau! Und jetzt ins Feuer mit dieser Wildkatze. Ja, geh da ins Feuer, hast du verstanden. Sofort! Auch wenn du halb tot bist, du sollst dich noch ein bischen quälen da im Feuer. So! Scheiß Familie ihr! Jetzt kommt her und wieder in den Käfig mit euch. Giraffe komm her, rein, zu machen.  Und du auch, komm rein, zu machen. Und jetzt sage ich was passiert.

Th: Okay.

Kl: (lacht)

Th: Jawoll (lacht auch).

Sie sind im Feuer und verbrennen?

Kl: Ja, ja, lass sie nur brennen. Damit die noch ein bischen ... haben.

Th: Ja. Was ist jetzt da bei dir?

Kl: Ja, ???

Th: ??? ... ob der Dreck schon raus ist.

Kl: Ja, muss ich noch was machen (fragt sie ihre) Stirnhöhle und Nase? Oder braucht ihr keine Hilfe mehr? ... Nein, im Moment ist es gut, wir haben jetzt bereits eine Rutschbahn aufgerichtet und jetzt rutschen wir da rauf und runter und es geht ganz gut.

Th: Toll. Spielen die?

Kl: Ja, die spielen und rutschen da herum und lachen.

Th: (lacht) Schön!

Kl: Ja, jetzt geh ich auch auf die Rutschbahn.

Th: Ja, mach das.

Kl: Ich gehe auch auf die Rutschbahn und rutsche runter und schau mal wo ich hinkomme. Wo ich lande.

Th: Ja.

Kl: Ich stehe aber noch oben und...

Th: Ja und lach mehr (spielt eine witzige CD als Hilfsmittel ein)

Kl: (lacht) Es ist eine ganz, ganz lange Rutschbahn und man weiß nicht genau, wo man da hinkommt.

Th: Aha.

Kl: (lacht wieder)

Th: (lacht auch)

Kl: Okay, jetzt geh ich die Rutschbahn runter da.

Th: Ja.

Kl: Eins, zwei, drei... okay jetzt hüpfe ich da rein. Jetzt gehe ich da runter. Huhh...(lacht, freut sich), ich bin immer noch auf der Rutschbahn. Mein Gott, noch einmal. (lacht) Es geht da rauf und runter in dieser Achterbahn. Huhh...

Th: Ja, lass mal.

Kl: Und jetzt bin ich in einen Tanzsaal hineingefallen.

Th: In einen Tanzsaal hineingerutscht, ah.

(Hier wird durch die Veränderung der inneren Bilder die Erleichterung der Kl. deutlich)

Kl: Ja. Jetzt gibt es lauter Leute die hier tanzen. Und ich stehe da schweißgebadet an der Tür. Und die tanzen alle wieder Walzer (lacht). Mit den langen Röcken, so weiße Röcke, tanzen sie da. Und ich habe noch niemanden erblickt, den ich kenne. Es sind alles so Rokoko Damen und Herren.

Th: Ja.

Kl: Und so ganz steif, so mit einem ganz steifen Rücken. Und jetzt überlege ich mir ob ich irgendjemanden einfach wegschubsen soll und mit dem tanzen. So wie ich bin.

Th: Du darfst alles machen, hier ist alles erlaubt.

Kl: Alle sind so schön angezogen und so steif. Und jetzt komme ich mit den verschwitzten Kleidern.

Th: Ja, trau dich.

Kl: Ich seh noch nicht, mit wem ich da tanzen könnte.

Th: Du darfst alles machen. Und wenn die Kleider dir zu schwitzig sind, zieh sie aus und tanz weiter. Du darfst alles machen wozu du Lust hast.

Kl: (lacht) Ja, das Beste wäre, ich würde mich ausziehen und nackt in die Leute hineingehen, ohne Brust.

(Kl. hatte große Probleme damit, weil eine Brust amputiert war)

Th: Ja, mach das und guck, wie sie entsetzt gucken. Du darfst auch ganz was verrücktes machen, alles.

Kl: Ja, das mach ich. Ich ziehe mich aus und gehe da rein. Und jetzt: Schreie des Entsetzens.

Th: Die müssen alle weitertanzen, du kannst sie zwingen.

Kl: Ich komm da rein und jetzt stellt ihr die Musik ab, sofort. Sobald ich da bin.

Th: Stell sie wieder an.

Kl: Ich stell sie wieder an. "Nein, schau mal, nein, eine Frau ohne Brust. Nein, ich will das nicht sehen, nein. Gehen sie weg, gehen sie weg. Ist das fürchterlich ich mag das nicht anschauen, ist das fürchterlich".  Seht mich, schauen sie mich an ich hab keine Brust, es ist nicht schön! Schauen sie mich doch an. Ist es nicht toll? Haben sie noch nie eine Frau gesehen ohne Brust?

Th: Ja, schau mal, so was hat er noch nie gesehen oder?

Kl: So was hast du noch nie gesehen Vater. Da du altes Luder du. So etwas hast du noch nie gesehen, schau mal wie schön. Möchtest du nicht mit mir ins Bett gehen Vater?

Th: Super ja.

Kl: Ich kann dir sagen, es ist ganz toll. "Nein, ich will nicht, nein, nein. Schau mal der Frau ihre Brust, schau mal. Schau wie schön, das ist doch toll". Schau mal meinen Körper ohne Brust. Ja, ich wollte mit dir tanzen gehen, ja ich tanze mit dem alten Vater. Komm Vater, komm.

Th: Ja, du darfst dir alle aussuchen.

Kl: Du kommst mit mir tanzen Papa, ja. Schön wie du mit mir tanzt, ist das nicht herrlich? Wir tanzen Walzer. Und die Mutti schaut zu wie Papa tanzt, mit einer Frau mit nur einer Brust.

Th: Ja, lass sie alle auftauchen die das sehen sollen.

Kl: Ja, seht alle hin. Ich hab nur eine Brust und bin doch eine richtige Frau. Ja (lacht) und ich bin gar nicht unglücklich, dass ich nur eine Brust habe.

Th: Ja, so was habt ihr nicht.

Kl: So was habt ihr nicht, nur ich. Ich bin da ziemlich einmalig. Ja, das ist toll, dieses tanzen mit dir (im Hintergrund läuft ein Walzer). Schön!

Th: Und alle müssen mit dir tanzen, ob sie wollen oder nicht.

Kl: Alle tanzen mit mir!

Th: Ja.

Kl: Und ich suche mir die Partner aus.

Th: Ja.

Kl: Ja und jeder kann schauen, wie es aussieht, wenn man nur eine Brust hat.

Th: Ja, vielleicht müssen die alle im Kreis stehen und du gehst in die Mitte. Schau mal was du ausprobieren willst.

Kl: Ja, schaut doch nicht so blöd. Kommt in den Kreis und ich zeig sie euch vor. Ja, ich halt sie euch vor.

Th: Ja, die müssen nach deiner Pfeife tanzen.

Kl: Und ihr könnt so lange die Brust anschauen wie ihr wollt. Wie oft hab ich erlebt, dass mir die Leute ständig auf die Brust geschaut haben. Und sie dachten, dass ich es nicht merken. Schaut hin, ich erlaube es euch, schaut hin. Ja, so ist gut. Ich habe keine Brust aber dafür ein großes Herz, schaut nur her (die Musik wird lauter/die Klientin summt mit und lacht). Ja, genau so, alles wegtanzen. Schaut mal her, ich habe keine Brust (freudig). Ja genau, ich bin gar nicht arm, ich bin reich. Ich bin vielleicht reicher als ihr alle zusammen.

Th: Ja.

Kl: Und jetzt kauft mir noch ein schönes Kleid und ich will auch mittanzen. Mit dem schönen Ballkleid.

Th: Ja, okay, her damit.

Kl: Her damit! Ich will ein orange, ein wunderbares langes Kleid. Und ich will eine Brust haben.

Th: Guck wer das bringt, such dir einen aus oder alle.

Kl: Ja, die sollen mir mal irgendetwas bringen, diese Kellner da. Bringt mir ein Kleid und da soll eine Brust auch dabei sein. Und dann will ich tanzen, die ganze Nacht mit dem Kleid.

Th: Ja.

Kl: Und zwar ein Abendkleid möchte ich. Ein langes und mit freiem Rücken.

Th: Ja.

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Kl: Und mit einem Büstier und ich will dass das sitzt auch wenn ich tanze, verstanden? Holt mir das Kleid jetzt sofort.

Th: Du kannst ja mal sehen ob du die Presse oder das Fernsehen da jetzt einladen willst. Oder was du noch da so alles machen kannst, wozu du Lust hast.

Kl: Ja, ich möchte gerne die Presse. Die sollen mich mal nackt sehen. Die sollen mal sehen wie ich auch lustig sein kann und tanzen kann und am Schluss noch mit dem Ballkleid.

Th: Zeig denen was du geschafft hast nachdem du gedacht hast es wird nichts mehr. Zeig denen was du jetzt geschafft hast.

Kl: Ja, ich bin am leben (schreiend). Ich lebe und alle haben gedacht ich würde sterben.

Th: Ja genau.

Kl: Ich lebe! Ich lebe! Ich lebe! Ich bin nicht mehr krank.

Th: Ja.

Kl: Alle haben sie gedacht ich würde sterben. Und ich bin nicht gestorben! Und ich werde auch nicht sterben.

Th: Ja.

Kl: Vielleicht sterbt ihr vor mir. Das könnte noch gut sein, ich sterbe nicht. Ich will leben! Und ich will wirklich leben und fröhlich sein.

Th: Ja. Guck mal was die jetzt alle für Gesichter machen.

Kl: Ja, die sind ganz entsetzt.

Th: Du darfst sie auslachen.

Kl: (lacht). Ja, ich lebe (lacht).

Th: ( lacht mit).

Kl: (schreit vor lachen). Ich lebe, ich lebe. Ja, es geht mir gut, schaut mich an ich bin am leben. Und ich bin ganz gesund, ich hab es geschafft. Keine Tränen mehr und keinen traurigen Gesichter, nur noch fröhlich sein und lachen.

Th: Guck mal was die machen.

Kl: Ja, die finden es toll und jetzt kann das Fest los gehen. Ich möchte Raketen, Raketen und ich möchte einen riesen Wirbel und viel Lärm.

Th: Ja.

Kl: Huhhh....

Th: Ja, mach richtig was los (lacht).

Kl: Ja, hast du Raketen?

Th: (spielt Raketengeräusche ein)

Kl:  Huhhh....

Ja, schaut ich bin gesund ich bin gesund. Schaut mal die Raketen. Jaaa....

Und ein Licht spielt da oben, schaut mal wie schön, das ist das Licht was mich beschützt. Huhhh....

Die Raketen, sie gehen in den Himmel und sagen es den Engeln, dass ich für immer gesund bin. Huhhh....

Th: ( spielt wieder den Walzer ein).

Kl: Ja, da kommen schon die Engel am Tor da oben. Und sie schauen runter und winken. Ja, Hallo ich bin gesund, Huhhh...

Hallo, hallo, ich bin gesund. Ich lebe, ich lebe, ich lebe. Huhhh...

Th: Ja (lacht).

Kl: Ja, ihr alle habt gedacht ich sterbe und alle habt ihr schon Pläne gemacht. Und du ... hast ein halbes Jahr nichts anderes getan als immer wieder dir Gedanken zu machen, wie du mich in den Tod begleiten willst und möchtest. Und jetzt bin ich gesund schau mal her. Huhhh...   

Th: Jawoll, toll. Schade dass ich keinen Video habe, wär ein schöner Film geworden jetzt (lacht).

Kl: Ja.

Th: (spielt wieder das Raketengeräusch ein). Noch eine Rakete!

Kl: Noch eine. Ja und jetzt will ich essen und trinken und fröhlich sein. Würste und Eis (lacht). Ich möchte ein Eis! Ja, so ein hohes Eis, fünf Kugeln.

Th: Ja, wir fahren auch nachher ins Eiscafe, dann kriegst du das.

Kl: Ja (lacht). Ja und diese große Rutschbahn wird immer größer und ich gehe da hinauf, hinunter und lasse mich einfach hinaus in die Luft wirbeln. Und es ist richtig schön. Jetzt gehe ich da hoch und mache mir noch zwei Flügel.

Th: Was machst du?

Kl: Ich lasse mir zwei Flügel montieren und jetzt will ich einfach noch ein bisschen schweben.

Th: Ja, mach das mal.

Kl: So wie die Fledermaus.

Th: Fliegst du mit dem Wind davon? (spielt Windgeräusche ein).

Kl: Ja, Wind, das find ich toll. Das wirbelt mich da in die Höhe. Ja, ich wirble da hoch, ich wirble, ich wirble, ich wirble. ... Ich wirble da ganz in die Höhe und schaue auf alle hinunter. Ja, toll. Toll. Ich werde richtig umherkatapultiert da. Ich werde herumkatapultiert und es ist richtig schön. Ich lande immer so weich und dann nimmt es mich wieder mit in die Höhe. Und ich muss keine Angst haben. Es ist alle so schwerelos da oben.

Th: Ja toll. Genieße es. Noch mehr Sturm machen?

Kl: Ja, jetzt muss ich da wieder landen. Dass ich da wieder an meinem Ort landen kann, da bei der Brust auf einer Bank.

Th: Ja, dann guck mal wie es da jetzt aussieht.

Kl: Ja, jetzt muss ich mich mal hinsetzen. Und jetzt knie ich da und schaue einmal ob ich da was drunter sehe, da im Loch.

Th: Ja, guck mal ob sich da jetzt was verändert hat.

Kl: Ja, ich sehe die Käfer, es sind viel weniger geworden aber es sind noch immer welche da. Die sind jetzt wieder da oben.

(Die Käfer und andere Tiere sind die inneren Bilder, die in ihr aufräumen und alles krankhafte auffressen, das ist ein interessantes Bild vielleicht für das Immunsystem, die Killerzellen, Kl. hatte Knochenmetastasen laut Ärzten)

Th: Willst du sie befragen?

Kl: Und ich sehe noch zwei Würmer und ein paar Fliegen, so ganz dick gefressene. Ja, hallo. Habt ihr immer noch genug zu tun da oben? Ja, die zwei Würmer, was macht ihr da oben? "Wir schauen dass deine Knochen porös bleiben, sie dürfen nicht erstarrt sein".

Th: Porös sein als ein natürlicher Zustand?

Kl: Ja, ein natürlicher Zustand und nicht diese Erstarrungen da in den Schulterblättern. "Das macht ja nur Rückenschmerzen. Und wir klopfen jetzt noch leise, mit diesen kleinen Hämmerchen die wir da haben, an die Wand der Brust". Ja, genau, die müssen das alles noch ein bisschen runter klopfen. Damit das alles besser atmen kann.

Th: Sag ihnen wie lange sie klopfen sollen.

Kl: Ja, jetzt wird es immer größer, dieser Brustkorb. Und jetzt fallen die Würmer da herunter. Vollgefressen und jetzt hubbeln sie sich da weg. Und jetzt noch die Käfer, die leuchten so blau-gelblich. Ja und was macht ihr noch da oben? "Wir reinigen noch dein Knochenmark. Wir müssen das richtig durchreinigen. Und weil wir so winzig sind, gehen wir da hinein und drücken das Mark gesund". „Ist es nicht ganz gesund da drinnen? " Ja, wir wollen einfach sicher sein, dass alles in Ordnung ist da". Ja und jetzt fallen sie schon herunter. Und jetzt noch eine Fliege, Sssss...  Was machst du noch? Jetzt brauch ich noch ein bisschen Sauerstoff, da im Brustkasten.

Th: Ja, atme mehr.

Kl: (atmet tief ein und aus). Ja, jetzt ist es riesig und alles ist weiß. Und jetzt komme ich die Treppe hoch und komme da wieder raus, mache es zu wieder. Ich glaube es ist besser, wenn ich es zunähe wenn jetzt alles so hell ist. Dass da nichts raus kann, dass es mich erhellen kann da drinnen.

Th: Was bedeutet das?

Kl: Ja, dass es hell bleiben kann. Dass nichts Dunkles mehr kommt, keine dunklen Gedanken.

Th: Ah ja. Dass das draußen bleibt.

Kl: Ja, dass diese Gedanken draußen bleiben. Und jetzt sitzt die Fliege mir auf dem Schoß und sie sagt: " ja, ich will keine dunklen Gedanken mehr haben und ich will nicht mehr... Ich will positiv denken und mir ein Ziel setzen, so dass ich jeden Tag mich freuen kann, wenn ich erwache".

Th: Ja, schau mal, wie heißt das? Ob du das erkennen kannst? Ob es schon sichtbar ist.

Kl: Was meinst du jetzt?

Th: Das Ziel.

Kl: Ja, ich möchte auch Therapien machen. (Sie will später mit anderen Menschen Therapie machen, wenn sie ganz gesund ist) Und dann eben malen, das würde mir gut gefallen. Und ich möchte mir als Ziel setzen, dass ich ins Internet komme und mich dann ein bisschen damit auskenne. Wenn ich nach Hause gehe, dann mache ich das als Erstes.

Th: Ja.

Kl: Ja, die Fliege ist ganz übermütig und summt da herum und macht Purzelbäume. Und sagt: " ja, endlich hast du es geschafft dieses dunkle Loch da zuzumachen und es hell zu machen. Schau, dieser Teil ist jetzt ganz hell".

Th: Ja.

Kl: Und die Nase, da ist diese Rutschbahn, das ist auch gut, sagt die Fliege. " Jetzt gehe ich da mal hin am Hals und ich sehe dass da noch ganz viel dickflüssiges Zeug drin ist. Und es kommt und kommt nicht weg".

Th: Okay, dann geh mal hin gucken, wofür das steht.  Und das soll dir auch zeigen wo es herkommt, wo es entstanden ist, dieses dickflüssige Zeug.

Kl: Ja, was ist denn da los? Dieses dickflüssige gelb-rostige Zeug da. Ja, es ist Eiter, das nicht raus kann. Wieso denn Eiter, woher kommt denn dieser Eiter?

Th: Der soll es dir zeigen, frag ihn.

Kl: Eiter woher kommst du? Ja, es ist immer irgendwas, was da weggeschoben wird im Körper. Und zuerst wollte ich nicht. Und ich wollte es nicht und ich gab Signale. Und niemand hörte. Und jetzt bin ich einfach da und jetzt sollen sie merken. Jetzt sollst du merken dass ich da bin.

Th: Wofür stehst du?

Kl: Wofür stehst du?  Ich will  nichts mehr runterschlucken und zwar nichts mehr. Sonst werde ich zu Eiter und dieses eiterige Zeug muss jetzt raus. Irgendwo muss ein Loch sein, dass ich das durchblasen kann. Da muss ein Loch sein, irgendwo muss es rauskommen.

Th: Ja.

Kl: Und dann will ich nichts mehr runterschlucken. Ich will das nicht, ich habe die Nase voll und ich mache so lange Schmerzen bis du nichts mehr runterschluckst, und du wirst!  Uhh la la, wie soll denn das gehen?

Th: Lass es dir zeigen. Lass mal zeigen wo denn das herkommt. Oder ob da ein  Bild auftaucht oder Personen die damit zu tun haben. Ob Du Dich zurückführen lassen sollst, nach früher, wo das herstammt oder wo es sonst herkommt.

Kl: Ja, sag mir doch einmal woher das Ganze, dieser Dreck, der Eiter und das alles kommt. Zeig mir die Personen oder zeig mir die Umstände.

Th: Ja, die Zusammenhänge.

Kl: Oder die Zusammenhänge. Ja, da kommt der ... . Da kommt der ... , der ist schon ziemlich alt.

Th: Ja, dann sag ihm das.

Kl: Du bist schon ziemlich alt. Ja, sagt er: ich möchte mit dir reden. Du musst unbedingt mit mir reden, sonst geht dieser Dreck nicht weg.

Th: Ja, was gibt's zu reden guck mal.

Kl: Was gibt's zu reden?

Th: Lass dir es zeigen oder schau nach.

Kl: Ja, ich hab keine Mutter und ich leide immer noch darunter. Und meine Frau meint, ich müsse unbedingt dich sehen und ... Ja, aber wieso deine Frau? Hat sie dich hierher geschickt? Ja, sie sagt, ich müsse mit dir reden. Wenn deine Frau das sagt, dann kannst du wieder gehen und dann kommen, wenn du mit mir reden willst. Ich will nicht, dass deine Frau dich schickt, geh wieder nach Hause. Ich mag das nicht. Du musst mich anrufen, du musst kommen wenn du willst und du musst mir sagen was dich plagt und nicht deine Frau. Sie hat ja keine Ahnung, sie weiß nur dass du keine Mutter hast. Oder dass deine Mutter dich nicht will. Aber du musst es wissen! Lass dich nicht immer von den anderen herum kommandieren. Dein Vater spricht negativ über mich; wahrscheinlich bin ich da richtig. Ja, ja, er sagt du hättest mich verlassen und du hättest mich nicht gewollt. Ja, ja, dieses alte Arschloch. Der soll doch ruhig sein, dieses...

Th: Lass ihn herkommen, sags ihm selbst.

Kl: Du Riesen-Arschloch du, was verstehst du schon vom Leben? Du hast sofort eine Frau genommen, ein Kind gezeugt und kaum hattest du das zweite Kind hast du die Frau wieder verlassen. Dann hast du eine junge Frau geholt, hast vier Kinder gezeugt und jetzt hast du einen Herzinfarkt und bist arbeitslos. Du bist so alt wie ich, du alter Schwanz du. Du hast es versäumt in deinem Leben zu schauen was du gemacht hast. Lass mich in Ruhe du Schwein (schreiend)! Wische den Dreck vor deiner Tür und sag deinem Sohn nichts mehr über mich. Hast du verstanden du Drecksau? Ich lasse mir nichts mehr von dir gefallen und habe mir auch nichts von dir gefallen lassen. Und was du dem Kind sagst ist mir völlig Wurst. Du hast das Kind sowieso kaputt gemacht, mit deiner scheiß Erziehung. Hast du gedacht das wäre gut? Ständig über die Mutter zu schimpfen? Du als Pädagoge, das sind heitere Pädagogen. Was sind doch das für hilflose Würmchen diese Pädagogen und die erziehen Kinder! Hahaha... Das ich nicht lache du Pädagoge du. Wärst du ein richtiger Pädagoge, hättest du verstanden warum deine Frau dich verlassen hat. Du hast es noch heute nicht verstanden. Du hast nicht verstanden, dass du mich überfordert hast mit deinem Kind. Mit diesem Kind! Du hast mich völlig überfordert, du hast nicht gehört als ich dir sagte: ich könnte ein Kind nicht erziehen. Ich könnte es nicht. Und ich habe gewusst, dass ich es nicht kann. Und ich habe euch allen gesagt, ich könnte es nicht, ich habe es gespürt. Und ihr habt mich gezwungen und ich ließ mich zwingen.

Th: Und deswegen ist meine Brust ab.

Kl: Und deswegen ist meine Brust ab und ich habe Krebs bekommen. Auch deinetwegen, euretwegen, ihr habt mich gezwungen ihr Scheißkerle ihr verdammten. Und du musst deinem Sohn, unserem Sohn nichts vormachen. Du Scheißkerl du hast ja einen Herzinfarkt und kannst dich nicht mehr bewegen. Was verstehst du heute? Du hast nichts gelernt. Du hast deine Lektionen nicht gelernt.

(Der Auslöser für den Brustkrebs war die Wiederbegegnung mit  ihrem behinderten Sohn und erhebliche Schuldgefühle, weil sie damals mit dem Sohn als Kind nicht zurecht gekommen war.)

Th: Schau nach ob er es jetzt lernt, ob er bereit ist das zu begreifen. Oder was da fehlt wenn er es noch nicht begriffen hat.

Kl: Du hast mich gequält bis auf`s Blut. Ich als junge Frau hatte so viel vor. Ich hätte gerne so viel gemacht und du hast alles unterbunden. Du hast keine Ruhe gelassen bis ich endlich dieses Kind hatte. Und wie war die Geburt? Eine Hölle! Eine Qual! Und sonst gar nichts.

Th: Hohl ihn her, hohl ihn her, er muss sich das angucken. Er muss sich die Geburt angucken.

Kl: Schau mal her wie dieses Kind krank ist. Und ich kann dieses Kind nicht hinaus drücken, es kommt einfach nicht.

Th: Ja.

Kl: Es bleibt einfach hängen, ich kann dieses Kind nicht gebären.

Th: Zwing ihn das sich anzugucken.

Kl: Ich kann nicht. Ich kann dieses Kind nicht gebären (weinend). Ich will es nicht!

Th: Ja.

KL: Ich kann dieses Kind nicht gebären es bleibt einfach stecken. Und jetzt macht ihr mir alles kaputt und das Kind auch noch(weinend).

Th: Und er soll sich das angucken bis er es begreift.

Kl: Schaut einmal dieses Kind an, es ist nicht normal. Ihr habt es kaputt gemacht mit dieser Geburt. Ich wollte es nicht und ihr habt es erzwungen. Und deswegen habe ich diesen Schmerz, weil ich dieses Kind haben musste. Und es blieb einfach stecken und es war zerebral gelähmt als es kam.

Th: Der soll herkommen und sich das angucken. Da hingucken soll er.

Kl: Schau mal das an. Und ich bin so schwer krank geworden. Und jetzt hab ich auch noch diesen Schmerz, Tag und Nacht, schon seit langer Zeit.

Th: Sag ihm, dass du den loswerden willst und dass er das alles zurück nehmen muss.

Kl: Nimm alles zurück, du hast das Kind gewollt, du hast mich gezwungen. Und weil ich nicht wollte, ist es stecken geblieben.

Th: Ja.

Kl: Und hier ist es stecken geblieben und ist zerebral gelähmt. Und du willst es nicht sehen dass es zerebral gelähmt ist.

Th: Das muss er sehen.

Kl: Du musst es jetzt sehen, schau hier dein Kind.

Th: Hol ihn her, er muss zugucken. Bei der Geburt, lass ihn dabei sein. Und er muss das sehen..

Kl: Schau mal her wie ich, wie ich krampfe und arbeite. Und das Kind kommt nicht. Es kommt einfach nicht raus!

Th: Ja.

Kl: Und jetzt nehmen die mir das Kind einfach mit Gewalt raus und was passiert: es zerreißt alles (schreiend).

Th: Ja.

Kl: Alles zerreisst und ich sterbe fast. Und das Kind muss ins Sauerstoffzelt.

Th: Guck ob er da ist und sich das ansieht.

Kl: Schau mal dein Kind im Sauerstoffzelt. Und schau mal hier, alles zerrissen, alles. Ein Jahr lang muss ich jeden Tag das abtupfen. Ein ganzes Jahr lang hab ich Mühe und kann lange nicht sitzen weil alles zerrissen ist. Der Arzt ist doch ein Schwein (schreiend). Wieso hat er das gemacht? Und wieso musste ich das Kind haben? Du hast kein Recht dieses Kind kaputt zu machen. Ich hab dir gesagt ich will das Kind nicht.

Th: Er muss es begreifen und du musst ihm das sagen.

Kl: Du musst das begreifen. Wieso meinst du hast du einen Herzinfarkt?

Th: Und jetzt kannst du Antwort verlangen.

Kl: Sag es mir. Und versprich mir dass du das Kind nicht ständig mit falschen Informationen fütterst. Lass mich einmal sprechen.

Th: Ja, mach das klar mit ihm.

Kl: Ja, ich will einmal sprechen und nicht immer du. Du hast dreißig Jahre lang geschimpft über mich bei diesem Kind. Was meinst du, was dieses Kind für ein Mutterbild hat. Du verdammtes Schwein, du Arschloch du! Das Kind schau mal an, dieses arme Kind. Wie kann er mit einer Frau umgehen nachdem er so einen Scheißkerl hat als Vater, so einen Pädagogen.

Th: Ja.

Kl: Du solltest aufhören mit diesem Pädagogen- Getue, du hast ja alle Kinder kaputt gemacht wahrscheinlich, mit deinem Starrsinn. Und deinen Sohn hast du auch kaputt gemacht. Und es ist nicht nur meine Schuld wie dein Sohn ist. Es ist unsere Schuld und nicht nur meine. Hast du gehört, unsere Schuld (schreiend).

Th: Lass dir mal einen Moment Zeit jetzt hinzugucken ob er es jetzt kapiert hat oder was jetzt bei ihm da ist.

Kl: Ja, er schaut ganz groß.

Th: Sag es zu ihm.

Kl: Du schaust ganz groß mich an. Entschuldige dich bei mir über das, was du diesem Kind über mich gesagt hast. Entschuldige dich!

Th: Ja, guck ob er es macht. Ob er bereit ist dazu, guck ihm mal in die Augen, was siehst du?

Kl: Er hält die Augen gesenkt dieses Schwein. Schau mich an und entschuldige dich.

Th: Er muss dich anschauen, du kannst ihn zwingen.

Kl: Du musst mich anschauen und entschuldige dich.

Th: Ob er dazu bereit ist?

Kl: Ich möchte dass du dich entschuldigst und dass du, ... und ich zusammen kommen. Und dass ich jetzt dem Kind sage, was da geschehen ist.

Th: Okay, mach das.

Kl: Ja, setzt euch dahin bitte. Ich will jetzt euch in Ruhe erzählen (krächtzt). Ich will euch erzählen wie das gegangen ist...

Th: Nichts runter schlucken, raus lassen. Hier hast du ein frisches Tempo.

Kl: Und jetzt kommen schon wieder diese scheiß Schmerzen an der Brust!

Th: Ja, lass die da sein und zeig es ihnen. Er soll sich die angucken wenn die damit zu tun haben.

Kl: Ja, die haben auch damit zu tun, alles hat mit diesem Kind zu tun.

Th: Ja.

Kl: Weil du mich gezwungen hast, dieses Kind zu haben. Und schau mal wie dieses Kind traurige Augen hat, es hat so traurige Augen wie ich als ich ein Kind war.

Th: Ja.

Kl: Schau sie dir an, dieses arme Kind (weinend). Und du bist so herzlos und erzählst diesem Kind noch Scheißdreck. Nach dem ich auf das Besuchsrecht verzichtet habe und zwar zu Gunsten des Kindes. Hast du nichts Gescheiteres zu tun gehabt als dieses Kind gegen mich auf zu hetzen? Du Schwein du! Jetzt sag ich dem Kind einmal wie es wirklich war: dein Vater wollte unbedingt ein Kind. Und ich hab deinem Vater gesagt: Ich kann nicht, ich kann nicht ein Kind bekommen weil ich es nicht will. Ich möchte etwas lernen und ich bin nicht ein mütterlicher Typ. Nicht jetzt, vielleicht später. Und dein Vater hat sämtliche Freunde und die Eltern mobilisiert. Über ein Jahr, überall, wurde einfach gesagt, wurde ich einfach gezwungen dieses "Brain-washing" haben sie gemacht. Brain-washing, die ganze Zeit, ein volles Jahr. Ich war eine junge Frau.

Th: Lass die alle auftauchen, alle die das gemacht haben, lass die alle auftauchen. Und es ist wichtig, dass du jetzt mit denen aufräumst und dass du guckst, ob das pauschal geht oder ob du mit jedem einzelnen reden musst, dass sie dir gegenübertreten. Mach das mit denen klar und gib ihnen alles das, was du geschluckt hast dann am Ende zurück. Und guck ob das geht.

Kl: Ja, ich möchte alle, die da beteiligt gewesen sind einfach da in der Grube haben. Und ich möchte einen Kreis bilden und...

Th: Lass sie antreten.

Kl: Kommt alle! Alle Eltern, Geschwister und der Dr. ... der Arzt und die Hebamme.

Th: Und guck ob es erforderlich ist das mit jedem einzelnen klar zu machen.

Kl: Nein, ich sitze jetzt hier in der Mitte. Ich möchte euch einfach sagen, dass ich dieses Kind geboren habe aber ich wollte es nicht. Ich wurde richtig dazu gezwungen. Und was ist? Das Kind blieb stecken hier und wurde zerebral gelähmt. Und ich sagte es allen immer wieder: ich kann nicht, ich will nicht, noch nicht. Und dann ist das Kind gekommen und zwei Jahre hab ich mich mit diesem Kind abgemüht. Zwei Jahre hab ich über meine Kräfte, Tag und Nacht...

Th: Guck mal ob die alle zuhören.

Kl: Ja, sie hören alle zu. Tag und Nacht hab ich mit diesem Kind mein Bestes gegeben und Immer wieder bin ich durchgedreht und habe das Kind an die Wand geschmissen und wusste nicht was ich machen soll (weinend).

Th: Keiner hat mir geholfen.

Kl: Und keiner hat mir geholfen und ... kam einfach nach Hause, pfeifend und tat so als wäre dieses Kind gesund. Und dann sagtest du zu mir: ich nehme ein Mädchen von der Schule und die kann jeden Mittwoch kommen und dann kannst du einen Nachmittag lesen. Und ich war einfach nur für diese Kleinigkeit so dankbar. Ein Nachmittag pro Woche! Zwei Jahre hatte ich Ruhe vor diesem Kind und sonst Tag und Nacht dieser Wahnsinn mit diesem Kind. Er kotze ständig und er schrie, er schlief nicht.

Th: unverständlich

Kl: Ja, es ist so schlimm, ich kann nicht mehr, schau mal das Kind an.

Th: unverständlich

Kl: Ihr habt mich gezwungen, ihr habt mich gezwungen. Als junge Frau und ich hatte so viel vor. Und was hab ich jetzt? Jetzt hab ich Tag und Nacht dieses Scheißkind. Diese Scheiße (weinend). Und ich muss immer wieder alles fertig machen. Ich muss jeden Tag pürieren, ich muss jeden Tag zum Therapeuten. Und ihr tut so, als wäre das völlig normal und ihr verdrängt das. Ihr wollt ja das gar nicht sehen wie es ist nur ich weiß es.

Th: Jetzt zeig es ihnen.

Kl: Ich habe so genug, ich will das Kind nicht mehr.

Th: Ja und jetzt müssen die sich das aber angucken.

Th: Ich will zum Arzt, zu unserem Hausarzt, ich will ihm sagen dass ich kein Kind will, ich will das Kind verlassen.

Th: Geh hin zum Arzt und sag ihm das.

Kl: Ich kann nicht mehr.

Th: Er ist Arzt, er muss dir helfen.

Kl: Dr. ... ich kann nicht mehr, sie müssen mir helfen.

Th: Sie sind Arzt, sag es zu ihm.

Kl: Sie sind Arzt. Ja Frau ..., das ist nichts für sie, sie machen sich das Leben kaputt. Ich werde helfen und sie müssen sich scheiden lassen. Ich werde helfen. Und ich werde noch einmal schwanger, weil diese scheiß Spirale nicht funktioniert (schreiend). Verdammt nochmal!  Diese scheiß Spirale hat nicht funktioniert und jetzt bin ich schwanger und ich merke es gar nicht. Und plötzlich merke ich, dass sich etwas bewegt im Bauch. Und ich habe es vorher nicht bemerkt, weil diese scheiß Spirale sowieso ewig nicht funktionierte. Ich geh zum Arzt und der Arzt sagt: ja, sie sind schwanger. Der selbe Arzt und der sagt mir: wir müssen dieses Kind abtreiben, das geht nicht. Das ist nicht zum aushalten. So eine tolle Frau wie sie sind und sie können doch etwas machen aus ihrem Leben. Und nicht mit diesem Mann, der da einfach nichts merkt.

Th: Lass ihn da sein, er soll das jetzt hören.

Kl: ... du hast nichts gemerkt. Du hast nicht gemerkt, was für eine Frau du hier hast und was du mit der machst. Nicht jede Frau wird geboren um Kinder zu gebären. Nicht jede Frau ist eine Gebärmaschine. Verstehst du mich? Ich will keine Kinder, nicht jetzt. Wärst du anders mit mir umgegangen hätte ich vielleicht später einmal gerne Kinder gehabt. Und hätte das auch gut gemacht. Und was ist passiert? Ich habe Krebs bekommen und bin um ein Haar gestorben noch mit den Knochenmetastasen. So eine Scheiße habt ihr alle angerichtet hier und ich komme aus einem Haus, wo Gehorsam das aller höchste der Gefühle ist. Und natürlich habe ich das Kind.

Th: Lass die Eltern das angucken.

Kl: Natürlich musste ich dieses Kind gebären. Was sonst hätte ich machen sollen? Ich wäre ja vor schlechtem Gewissen gestorben schon damals.

Th: Ja.

Kl: Deswegen hab ich dieses Kind.

Th: Und zeig ihnen dass, das unten drin bei dir so lange weiter geschmort hat, bis du Krebs gekriegt hast. Sag es ihnen.

Kl: Ich habe so lange geschmort, bis ich Krebs bekam.

Th: Und ihr habt es mir beigebracht, dass ich das nicht raus lassen darf und schlucken muss.

Kl: Und ihr habt alle mir nicht geholfen als junge Frau. Und ich hab mich so lange gewehrt, ich hab mich wirklich gewehrt und ich war so ehrlich. Ich hab allen gesagt: ich kann nicht, ich will nicht und ich will nicht ein Kind. Und heute hocke ich hier und der ... meint noch ich wäre eine Hexe. Ist das nicht ungerecht?

Th: Ja, mach ihm klar, dass er dich gezwungen hat am meisten und die anderen auch.

Kl: Ihr habt mich gezwungen. Und dieses Kind hab ich dann doch noch verlassen weil sein Vater mir gesagt hat: nicht ohne das Kind wird geschieden. Es wird nicht geschieden ohne das Kind. Und ich hab gesagt: ja, nimm doch dieses scheiß Kind, ich will es sowieso nicht. Und doch hatte ich ein schlechtes Gewissen, jahrelang. Jahrelang hab ich immer wieder ein schlechtes Gewissen gehabt und ich bin nach England geflüchtet und hab mich da in die Scheiße, in die Bücher hineingekotzt.

Th: Geflüchtet auch ja.

Kl: Geflüchtet. Und als ich kam wurde ich schon wieder nicht verstanden und niemand wusste dass ich Englisch studiert habe. Und dass ich nun studiert habe und sonst gar nichts. Ich habe nicht das Leben genossen, nur gelesen und studiert. Und in einem Schnelltempo hab ich das alles gemacht. Und schon wieder versteht mich niemand. Und ich bin heute nicht mehr bereit das Ganze anzunehmen ... und du sollst wissen, du sollst die ganze Geschichte wissen von deinem Vater. Und von unserem damaligen Freunden. (Spricht jetzt zu ihrem Sohn) Und ich hab dich einfach weggegeben, weil ich dich sowieso nie wollte. Und du kannst sicher gut verstehen, wie ich da ein schlechtes Gewissen hatte, jahrelang. Und jahrelang war ich so ehrlich und hab es den Leuten gesagt und jahrelang wurde ich verletzt von allen Leuten die keine Ahnung haben was das heißt. Ein Kind auf die Welt setzen, welches man nicht will. Und man hat Steine nach mir geworfen und man hat mich gehasst.

Th: Lass die da sein, die die Steine werfen.

Kl: Meine Familie.

Th: Lass die da sein. Sind die noch alle aufmarschiert da?

Kl: Ja, ja, meine Tante diese dumme Kuh! Die ist wirklich dumm wie Stroh.

Th: Sag es zu ihr.

Kl: Du bist eine verdammt dumme Kuh du. Dich will ich jetzt auch nicht groß sehen. Und wenn ich nach Hause komme besuche ich dich nicht. Du mit deiner Dummheit. Du hast auch nichts verstanden vom Leben. Du kannst nichts anderes, als nur über andere Menschen herziehen und alle Dorfgeschichten und alle Krebsgeschichten. Wenn ich dir sage, dass ich Krebs habe sagst du: ja, das ist ja nicht schlimm, heute haben alle Krebs und viele haben Krebs und Krebs kann man ja heilen. Du Scheiß Furz du!

Th: Frag sie mal ob sie auch Krebs hat.

Kl: Hast du auch Krebs? Ja siehst du, warum redest du dann mit wie eine Große?

Th: Ja.

Kl: Ihr habt keine Ahnung was Krebs ist. Wieso wisst ihr es besser als ich? Jeder weiß besser was Krebs ist. Ich weiß es, ich hab Krebs. Und ich bin um ein Haar gestorben. Und ich werde euch zeigen wie das Leben funktioniert und was ich aus meinem Leben machen will. Und vielleicht werde ich euch noch therapieren wenn ich, wenn ihr schon fast verreckt. Dann kann ich auch sagen: ich will euch nicht helfen, verreckt doch meinetwegen. Dann kann ich auch machen, was ihr mit mir gemacht habt.

Th: Vermutlich ist es besser, die nicht zu therapieren sondern die woanders hin zu tun.

Kl: Ja (lacht).

Th: Guck mal wo du jetzt stehst mit denen allen.

Kl: Wir sind immer noch im Kreis.

Th: Ich denke mal, wenn du jetzt so weiter herum schreist, wirst du dich vielleicht auch im Kreis drehen, ich weiß nicht ob es stimmt. Ich mach dir mal einen Vorschlag: die sind ja alle aufmarschiert nicht?

Kl: Ja.

Th: Ich denke mal du solltest dann nachher aufstehen, da hin gehen wo die alle stehen und  zu jedem einzelnen hingehen und gucken ob das jetzt klar ist. Und gucken ob die bereit sind, sich für alles was sie dir getan zu entschuldigen. Und wenn sie nicht bereit sind, darfst du ihnen so lange auf die Füße hauen und die hoch hüpfen lassen, bis sie bereit sind. Also wie so eine Zeremonie, einen nach dem anderen durchgehen.

Kl: Okay.

Th: Ich schätze dass das sinnvoller ist, als die nur pauschal alle anzuschreien. Du kannst auch den Stock nehmen, der liegt rechts neben dir und dann stell dir in deiner Phantasie vor wo die sind und geh zu einem nach dem anderen hin und mach das klar mit ihnen. Bis die bereit sind sich zu entschuldigen für das, was sie dir angetan haben. Auch dass die dich gezwungen haben das Kind zu kriegen.

Kl: Ja, ... und ..., ihr seid die Paten von ... . Bitte gebt mir die Hand und versprecht mir dass ihr euch entschuldigt für alle Zeiten. Und dass ihr auch mitverantwortlich seid für diese Misere. Und dass wir alle Verantwortung tragen und nicht nur ich. Und ich möchte euch die Hand geben und euch bitten, einfach nur in Frieden auseinander zu gehen.

Th: Ja, guck ob sie dazu bereit sind.

Kl: Ja. Und jetzt ... die Schwester von ... und ... . Bitte glaubt mir, ich hab mein bestes getan für mein Kind, einfach das, was ich konnte, mehr konnte ich nicht. Und ich danke euch herzlich, dass ihr das Kind aufgenommen habt. Das Kind war zwei Jahre bei euch und ich möchte euch dafür sehr danken (weinend). Und die Mutter und der Vater, ihr seid auch verantwortlich, dass ich das Kind haben musste. Und ich habe es geboren aber ich wollte es nicht. Und ich möchte mich bedanken, für all das, was ihr für das Kind getan habt. Und auch dass ihr immer wieder das Kind zu euch genommen habt. So dass ich doch immer wieder ein bisschen verschnaufen konnte. Und ich wünsche mir von ganzen Herzen, dass ihr nicht schlecht über mich sprecht. Und dass ihr seht, dass ich sehr gelitten habe und dass ich euch gewarnt habe, dass ich das nicht kann.

Th: Frag sie ob sie dazu bereit sind.

Kl: Seid ihr dazu bereit?

Th: Wollt ihr das auch mit Handschlag besiegeln oder anders?

Kl: Ja, okay mit Handschlag. Und jetzt mein Vater und meine Mutter. Ich möchte euch...

Th: Es ist auch wichtig, dass du denen auch, da wo es der Fall ist, das sagst, was sie dir da angetan haben, ob sie bereit sind sich dafür zu entschuldigen.

Kl: Ja.

Th: Und wo du meinst, dass du dich entschuldigen musst, dann ist das okay, dann mach auch das.

Kl: Ja.

Th: Mach weiter.

Kl: Ich, ihr wisst ja, dass ich das Kind nicht haben wollte und auch ihr seid verantwortlich für die Geburt von ... . Und ich bin nicht einverstanden, dass ich jetzt einfach das schwarze Schaf bin. Und ich die Böse, die das Kind verlassen hat. Ich möchte euch bitten, einfach das anzunehmen, dass ich auch eine gewisse Größe gezeigt habe und das Wohl vom Kind auch im Auge hatte. Und bitte schaut euch das so an und gebt mir eure Hand und versprecht mir, dass ihr mich versteht, dass ich das Kind verlassen habe. Und dass ich das Kind nicht erziehen konnte weil ich einfach im Moment, mit 25 Jahren nicht fähig dazu war. Und möchtet ihr dass ich mich auch für irgend etwas entschuldige? Nein. Und jetzt mein Bruder und ... . Also vor allem du Bruder, ich weiß dass du mich Jahrelang verachtet hast. Und du hast dich empört, dass ich so gemein bin und mein Kind verlasse. Du hast dich richtig empört und ich weiß, es war für dich ganz schlimm. Du trägst auch mit Verantwortung dass ich das Kind haben musste und ich bitte dich: nehme es an, dass ich einfach auf das Kind verzichtet habe. Und dass ich seine Mutter bin aber nur seine biologische. Und dass ich das Kind damals einfach nicht akzeptieren wollte und es noch heute nicht möchte. Und bitte versteht mich und bitte, versprecht mir, dass ihr für mich auch ein Herz habt und nicht nur für das Kind.

Th: War es das?

Kl: Ja.

Th: Gibt es da noch was wofür du von ihnen verlangst, dass sie sich entschuldigen?

Kl: Ja. Ich möchte, dass du ... dich entschuldigst für dass, das du einfach lange gemeint hast, ich wäre eine Hexe, ich wäre böse. Und als der ... dir sagte, ich hätte Metastasen hast du gesagt: Ja, ich hab schon das ganze Leben gedacht, du seiest eine dumme Kuh. Oder was weiß ich, was du sagst. Bitte entschuldige dich auch dafür.

Th: Guck ob er bereit ist.

Kl: Bist du bereit? Ja, er ist bereit. Ja.

Th: Schau was noch. Ob noch was fehlt oder sonst noch was ist.

Kl: Ja und der ... du hast jetzt und der ... ihr habt da alle einfach das alles mitgekriegt. Und ich bitte euch so herzlich, dass ihr mich versteht. Dass ihr mich entschuldigt, für das was ich dem Kind angetan habe. Aber es ist, dazu stehe ich heute auch. Aber ich kann auch heut nicht anders, vielleicht kommt der Tag, an dem ich das Kind wieder sehen kann.

 

Tonbandwechsel, es fehlt ein Stück

 

Und das Kind, ihr wart bei der Mammi oben und du hast, die Freundin vom ..., du hast der Mammi gesagt, dass der ... unbedingt mich sehen möchte. Wieso sagst du das der Mammi? Wieso sagt dass der ... nicht? Organisierst du das Leben vom ... oder was. Ich möchte einfach, dass der ... sich für sein Recht einsetzt und nicht du okay. Und jetzt bin ich nicht bereit mit dem Kind Kontakt aufzunehmen. Und es ist für mich zu viel, ich habe sehr, sehr lange Jahre mich mit diesem Thema auseinander gesetzt, ich habe auf das Besuchsrecht für das Kind verzichtet, ich habe für das Kind bezahlt bis es 18 Jahre alt war. Und ich bin meinen finanziellen Pflichten nachgekommen und habe einfach das getan was ich konnte. Und ich bitte euch sehr. Vielleicht kann der ... eine Wahlmutter suchen. Das wäre eine Möglichkeit für dich ..., wenn du eine Wahlmutter hast dann versuche doch deine Gefühle mit ihr zu leben. Und versuche anzunehmen dass ich halt nur deine biologische Mutter bin und ich hab zu dir kein Verhältnis. Ich weiß nicht was anfangen mit dir, du bist mir so fremd. So unendlich fremd.

Th: Guck ob er es akzeptiert.

Kl: Ja. Er versteht mich nicht.

Th: Sags ihm: du verstehst mich nicht.

Kl: Du verstehst mich nicht, ich sehe es dir an den Augen an. Ja siehst du dass sind Sachen, immer wieder im Leben, die man nicht verstehen kann. Ich kann es nachvollziehen, dass du nicht verstehen kannst, dass ich dich nicht wollte als junge Frau.

Th: Schau mal ob es möglich ist, dass ihr beide es vereinbaren könnt, dass so zu lassen wie es ist. Ob das geht.

Kl Ja, könnten wir jetzt einfach so für den Moment.

Th: So akzeptieren wie es ist und das nicht nur für einen Moment. Guck ob das auch darüber hinaus geht. Weißt du wenn du dir weiter Schuldgefühle machst und immer weiter in den Klinsch (?) hinein gehst, dann hängt es dir immer noch an. Dann brauchst du deine Energie immer noch dafür. Es ist wichtig heraus zu finden, wie kannst du das zum Abschluß bringen. Dass heißt ja nicht, dass der dann aus der Welt ist oder du dich nicht daran erinnerst. Nur schau mal ob es möglich ist heraus zu finden was du brauchst damit die Spannung und diese Schuldgefühle raus kommen bei dir.

Kl: Können wir es jetzt ... einfach so sein lassen?

Th: Schau mal ob er bereit ist. Und wenn es nicht geht...

Kl: Nein, geht nicht.

Th: Was ist mit dir? Kannst du es loslassen?

Kl: Ich kann auch nicht ganz loslassen. Ich hab immer noch ein bißchen ein schlechtes Gefühl.

Th: Ja, was fehlt um das loszuwerden? Könnte es sein, dass du schauen musst, wie weit du bereit bist, dir selbst zu verzeihen? Und das was du vielleicht auch falsch gemacht hast oder wo du keinen anderen Ausweg gefunden hast. Ist das möglich? Ja.

Kl: (weint). Ich weiß einfach nicht wie ich das genau machen soll. Siehst du dieser Schmerz kommt auch davon ich merke es jetzt.

Th: Frag den Schmerz doch mal was er braucht um gehen zu können.

Kl: Was brauchst du Schmerz um gehen zu können? Ja, ich brauche mehr Selbstliebe, ich weiß nicht genau wie das geht. Ich kann mir heute glaub ich noch nicht verzeihen. Das wäre nicht echt.

Th: Das muss schon stimmen und sonst ist es nötig, ganz wichtig, zu gucken was du noch dazu brauchst. Und dir das zu holen, schenken zu lassen.

Kl: Schenken zu lassen?

Th: Ja. Was hältst du davon deinen Schutzengel mal zu fragen, was der dazu meint. Willst du den mal auftauchen lassen?

Kl: Schutzengel was brauche ich jetzt? Ja einfach, wie die anderen genommen zu werden.

Th: Ja.

Kl: (weint)

Th: Ja, du darfst weinen. Ja...

Kl: Ich weiß nicht wie ich das gutmachen kann.

Th: Was gut machen?

Kl: Für das Kind.

Th: Für das Kind. Es gibt nichts was es nicht gibt und es gibt alles für dich was du brauchst. Alles was du brauchst, um Verzeihung zu finden, Frieden zu finden. Und das was du an Schuldgefühlen hast, deine Schuld loszuwerden, abzugeben. Und es wird sich in Freude verwandeln wenn du es loslassen kannst. Und du kannst herausfindest was da noch fehlt.

Kl: Das arme Kind, es ist Wahnsinn was das gelitten hat. Ich weiß es.

Th: Ja.

Kl: Und in ihm wird es so aussehen wie in mir, noch viel schlechter.

Th: Du hast glaub ich vorhin geguckt, ob es dich verstehen kann. Ob du es um Verzeihung bitten könntest?

Kl: Ja.

Th: Auch wenn es nicht alles verstehen kann.

Kl: ... kann ich dich um Verzeihung bitten?

Th: Ob du es bitten kannst, dass weißt du. Bitte ihn!

Kl: Was meinst du?

Th: Bitte ihn um Verzeihung, frag ihn nicht ob er es kann.

Kl: Ja, ... es tut mir wirklich wahnsinnig leid, das kannst du mir glauben.

Th: Ja.

Kl: Es tut mir unglaublich leid was ich dir angetan habe. Ich weiß, dass du es immer wieder schwer hast und ich weiß auch dass du immer wieder krank bist. Und das tut mir unglaublich leid. Und nimm das von mir, ich sag es dir ganz ehrlich.

Th: Schau mal wie er darauf reagiert.

Kl: Er ist wahnsinnig traurig. Ja ... ich weiß dass du traurig bist. Bitte verzeih mir okay? Umarme mich bitte. Ja umarme mich bitte.

Th: Geht es?

Kl: Ja.

Th: Was ist jetzt da?

Kl: Ja, diese eiterige, dunkelbraune Soße da die ist sehr viel dünner geworden.

Th: Frag die mal ob noch was fehlt oder ob sie nur Zeit braucht um sich aufzulösen.

Kl: Fehlt jetzt noch etwas oder brauchst du noch Zeit? Ja, sie braucht einfach ein bisschen Zeit.

Th: Ja. Der Körper braucht manchmal etwas länger als der Geist. Zuerst die inneren Bilder und er zieht dann nach. Das ist auch gut, ihm die zu lassen die Zeit.

Kl: Ja. Und du Schmerz da auf der Brust, was meinst du jetzt? Ja, das sind doch die Schmerzen die du jetzt so viele Jahre verdrängt hast wegen deinem Sohn.

Th: Ja. Brauchen die auch Zeit zum ausheilen?

Kl: Ja, die brauchen auch Zeit.

Th: Und frag sie einfach ob sie dir, wenn noch was aufzuarbeiten ist, das in den nächsten Sessions zeigen.

 

Alles, was noch übrig war, wurde in den folgenden Sessions aufgearbeitet bis Kl. es aussprach: „Ich bin ganz gesund. . ."

 

Ende des Protokoll-Auszuges.

© Der Abdruck dieser Protokollauszüge erfolgt jeweils mit dem Einverständnis der Klienten, deren persönliche Daten im Zweifel anonymisiert worden sind.